Du kannst dich nur auf die Familie verlassen

Das war der eine GlaubensSatz – der andere lautete:

Wirst schon sehen, was du davon hast, wenn du dich auf Andere verlässt

Vielleicht vorweg – die beiden sind mir noch sehr präsent in Erinnerung – oder aktuell grad wieder – weil ich einen Prozess angefangen habe, der mir helfen soll, mein Ziel bis Ende des Jahres zu erreichen. Und da kamen heute früh eben genau die beiden Sätze hoch – und wollten aufgeschrieben und abgehandelt und transformiert werden.

Ich möchte dir hier mal aufzeigen – wie ich in ca. einer halben Stunde diese Glaubenssätze hinterfragt und ver.ändert habe – so als lebensnahes praktisches Beispiel:

Wobei das mit der Familie kam witzigerweise eigentlich immer von meiner Mutter und der andere von meinem Vater. Zu dem passt dann auch noch einer, dem ich aber einen eigenen Beiträg einräumen werde 🙂

Warum witzigerweise?

Naja, ich erinnere mich noch, als ich meinen ersten Freund hatte – da war meine Mutter gleich ganz hektisch – weil ich ja auch die Periode unregelmässig bekam – nicht, dass ich noch schwanger würde – also sofort zum Frauenarzt – ich brauch die Pille. Ja, ich glaubte zu diesem Zeitpunkt schon lang nicht mehr alles, was meine Mutter so im Laufe des Tages erzählte – aber wenn sie mit mir zum FA geht um die Pille – dann geht sie mit mir zum FA um die Pille.

Nein, ich hörte nicht genau zu, was sie mit ihm sprach, ich war viel zu nervös, war zu dem Zeitpunkt noch Jungfrau – und schob schlichtweg Panik. Als ich dann das Rezept holte, schaute ich leider auch nicht auf den Beipacktext – ich hatte die Pille – jetzt kann nichts mehr passieren – und so kam es dann auch, wie es kommen musste – und ich hatte meinen ersten Sex – im stolzen Alter von 18.

Als mir dann allerdings nach einigen Wochen frühmorgens immer schlecht war, dachte ich mir nichts dabei – bis meine Mutter meinte – bist du schwanger? Ich so – „Kann nicht sein, ich nehm täglich die Pille“ – und schlich mich dann trotzdem zum Arzt. Das Geld für den Schwangerschaftstest vorher luchste ich meinem Großvater ab, damit keiner was merkt.

Der Schwangerschaftsteste meinte – nein – der Arzt meinte – nein – ich war glücklich – und kotzte weiter täglich, sobald ich den Kaffee roch. Der zweite Frauenarzt meinte dann – Mädel, die bist im 3. Monat schwanger – ich schob Panik – wusste nicht, was ich tun sollte – aber – auf meine Familie ist immer Verlass – dachte ich.

Als ich zu meiner Mutter ging und meinte – der Arzt hat gesagt, ich bin schwanger, aber ich bin zu jung, ich soll abtreiben lassen – was woll ich tun? kam von ihr schlicht, einfach und ergreifend: „Wenn du alt genug bist, um schwanger zu werden, bist du auch alt genug, um zu wissen, was zu tun ist.“ Sprachs und ließ mich mit meiner Verzweiflung einfach stehen.

Nachträglich stellte sich dann raus – sie hatte beim Arzt nie nach der Pille für mich gefragt, sondern nur gesagt, dass ich unregelmässige Blutungen hatte – fand es aber nicht der Mühe wert, mir das zu sagen – mich ließ sie in dem Glauben, ich würde die Pille nehmen. Und als ich dann schwanger war, kam keinerlei Hilfe oder Unterstützung – nur ne blöde Ansage, die niemand brauchte.

Ja, wir bekamen es irgendwie trotzdem geregelt – aber einmal mehr stand ich auf mich allein gestellt da – und es war nicht das erste – und nicht das einzige Mal. Wobei ich dann auch den einzigen Strohhalm ergriff, der sich mir bot – weil ich wollte auf keinen Fall das Kind abtreiben lassen – von daher nahm ich – „wir können ja heiraten“ – gerne an.

Ja, meine Eltern halfen mir auch – als ich es nicht mehr aushielt in meiner ersten Ehe und sie bat, ob ich für eine Übergangszeit wieder bei ihnen wohnen dürfe, gestatteten sie es.

Sie liehen mir auch Geld für mein zweites Auto, wo sie mir letztendlich sogar einen Betrag schenkten – dann, als ichs fast fertig abgezahlt hatte. Und sie halfen mir, als ich nach der letzten Scheidung ganz am Boden war – finanziell – allerdings auch erst, als ich mich dann mit Hilfe meiner Tochter wieder erfangen hatte – und auch bereits einen Job in Aussicht hatte.

Noch ein zweites Beispiel zum Thema, auf die Familie verlassen 😉

Ich hatte zwei Stiefbrüder – aus erster Ehe meiner Mutter – naja, die daran zerbrach, weil sie sich mit dem besten Freund ihres Mannes was anfing – und sich dabei erwischen ließ – von wegen Vertrauen und verlassen wärs gwesen – erfuhr ich allerding erst später, da waren die Glaubenssätze schon eingebrannt.

Beiben wir bei meinen Stiefbrüdern – und dem Verlass auf die Familie per se. Einer verunglückte tödlich als ich 13 war – der andere hat die Frau geheiratet, die er liebte – obwohl meine Mutter offenichtlich was dagegen hatte – weil sie war mit ihm spinnefeind seit kurz nach der Hochzeit – warum auch immer – und sie sprach jahrzehntelnag kein Wort mit ihm – sie kannte ihn nicht mal – obwohl sie im gleichen Ort wohnten.

Meine Mutter, auf die man sich angeblich verlassen kann – die mir, nachdem meine Tochter mit 19 ausgezogen war und wir keinen Kontakt hatten – immer wieder erzählte, wie toll deren Leben jetzt verlief, nachdem sie von mir weg ist – und die auch dann, als wir uns schon wieder ausgesöhnt hatten – noch immer versuchte, einen Keil zwischen uns zu treiben.

Das waren dann einige der Szenen, die heute früh auch hoch kamen – gemeinsam mit den beiden Glaubenssätzen – und dann bleib ich einfach liegen und überlegte, ob ich auch schon andere Erfahrungen gemacht habe.

Also, dass die Familie nicht hinter mir stand erlebte ich oft genug – siehe vorstehend.

Bei Freunde – und mich auf sie verlasse können – gibt es allerdings auch einige – wir sehen uns nicht täglich – aber ich weiß spontan einige, auf die ich jederzeit zählen kann.

  • Das steht an erster Stelle meine Tochter, die zwar auch Familie ist – und zwar die Einzige, die seit unserer Versöhnung für mich als Familie gilt.
  • Gefolgt von meiner Freundin – mit Mann – von denen ich jederzeit alles haben kann, was ich brauche – sei es eine Schulter zum anlehnen – eine herzliche Umarmung – oder auch mal was zu Essen – bzw. kümmert er sich auch um den Schnitt meiner Hecke und solche Sachen.
  • Danach meine Jungs – einer davon eigentlich ein Arbeitskollege, der mir sehr ähnlich ist – und den ich von der ersten Sekunde an ins Herz geschlossen hatte – er wäre zwar als Schwiegersohn zu jung – und aussserdem ist er schon verheiratet – aber er gehört auch zu meiner Familie – samt Ehegespann.
  • Mein Schulkollege aus HAK-Zeiten – ich habe jetzt überlegt, ob ich mehrere anführe, weil wir uns immer wieder treffen – aber wirklich verlassen – und vertrauen – tu ich nur einen. Auch, wenn wir immer wieder mal kurze Auszeiten von einander brauchen, weil er mir mit seiner extrem negativen Art oftmals auch Energie raubt – ich weiß, wenn ich wirklich was brauche, ist er jederzeit für mich da.
  • Dann mein Quasi-Brüderchen – er wäre damals, als ich 17 war, der Lieblingsschwiegersohn meiner Eltern gewesen – aber mir war er als Mann zu „brav“ – und so blieben wir Freunde fürs Leben – und sehen uns auch heute noch in unregelmässigen Abständen – er hatte damals meinen Vater „adoptiert“ und als Quasi-Brüderchen ist er mir, gemeinsam mit seiner Familie, auch immer wieder Stütze und RatGeber.

Sie alle waren und sind mir immer wieder mehr Stütze – und ich kann mich auf sie verlassen – als es meine Eltern jemals waren. Sie allte tun auch was – nicht nur gscheit reden – und dann, wens drauf ankommt, blöde Meldungen schieben – sie alle unterstützen mich und helfen mir – und wenn es eben nur mal ist, um mit ihnen gemütlich zu Essen und zu quatschen – oftmals brauchts auch gar nicht mehr.

Und noch eins ist – mir – ganz wichtig – sie sorgen immer wieder für Aha-Erlebnisse in Bezug auf meine Glaubenssätze – von ihnen allen kommen immer wieder Aussagen, die mir bewusst machen, was da noch immer – tief drinnen in meinem UnBewussten – vergraben ist und mich davon abhält, mein Leben in vollen Zügen zu geniessen.

So habe ich beide alten Glaubenssätze einfach genommen – gut durchgescüttelt – und heraus kam – mein neuer Glaubenssatz, der die beiden ab sofort ersetzen darf – und wird:

Es gibt viele Menschen, die mich unterstützen und gerne bereit sind, mir weiter zu helfen

PS: Manchmal funktioniert es auch einfach, alte Glaubenssätze bewusst zu hinterfragen – und unter der erdrücenden Last der Gegenbeweise dann einfach auf zu lösen und neu zu formulieren 🙂

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